Martinstag feiern mit Laternenumzügen und Gänsebraten

In unserem Jahreskalender sind viele alte Bräuche verankert, die mit konkreten Daten oder Festen verbunden sind. So ein Tag ist eben der 11. November oder auch Martinstag genannt. Jedes Jahr wird in vielen deutschen Gegenden der Heilige Martin geehrt, nach alter Tradition mit Laternenumzügen durch die Straßen zahlreicher Städte und Dörfer und mit einem deftigen Gänsebraten im Familienkreis. Wegen der Corona-Krise kann es in diesem Jahr sein, dass die Martinsumzüge in Ihrer Region abgesagt sind. Aber der gebratenen Martinsgans steht ja nichts im Wege, wenn Sie das Rezept dafür haben. Aber jetzt der Reihe nach! Wer war eigentlich der Heilige Martin und warum wird genau der 11.November nach ihm als Martinstag benannt? Und was haben Laternen und Gänsebraten damit zu tun? Im Folgenden werden wir gemeinsam die Antworten auf diese Fragen suchen. Außerdem finden Sie am Ende dieses Artikels das klassische Rezept für eine richtig knusprige Martinsgans!

Dieser Artikel liefert Antworten darauf, welche Bedeutung hinter den Laternenumzügen am Martinstag steckt.

Martinstag alte Tradition Laternenzüge organisieren viele Menschen auch Kinder mit Laternen

Extra Hinweis! Der Martinstag ist in Deutschland kein offizieller Feiertag, deshalb ist der 11. November 2021 kein arbeitsfreier Tag.

 Wer war der Heilige Martin?

Einer alten Legende nach wurde Sankt Martin um 316 nach Christus in Pannonien (im heutigen Ungarn) geboren.

Bereits mit 15 Jahren wurde er Soldat und diente der römischen Armee. An einem kalten Wintertag ritt er an einem frierenden Bettler vorbeit. Der Arme flehte Martin um eine Gabe an. Der Soldat erwiderte darauf, indem er mit dem Schwert seinen Mantel teilte und eine der Hälften dem Bettler gab. In der Nacht darauf erschien Martin der Bettler im Traum und gab sich als Jesus Christus zu erkennen. Dieses Ereignis war für Martin der Auslöser. Kurz darauf ließ er sich taufen, gab den Soldatendienst auf und wurde Schüler des berühmten Kirchenlehrers Hilarius. Jahre später wurde Martin Bischof von Tours und war für seinen asketischen Lebensstil bekannt. Er soll viele Wunder vollbracht haben und war sehr populär bei der Bevölkerung. Nach seinem Tod am 11. November 397 wurde er vom Papst heiliggesprochen.

Ein einziges Ereignis hat das Leben von Sankt Martin verändert.

Martinstag der Heilige Martin hoch zu Ross Bettler Gemälde zum Martinstag 11.November

Der Heilige Martin gilt als Schutzpatron der Bettler, Soldaten und Waffenschmiede. Er wird auch von einigen Berufsgruppen verehrt und ist heute der Schutzpatron der Winzer, der Weber und Schneider. Außerdem soll er auch alle Haustiere schützen.

 Am 11. November wird Martinstag nicht nur in Deutschland gefeiert, sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern.

Martinstag 11. November feiert man nicht nur in Deutschland auch in anderen europäischen Ländern

Woher kommt die Tradition am Martinstag Laternenumzüge zu organisieren?

Seit jeher gab es in der manschlichen Geschichte Lichtprozessionen. Diese fanden am meisten am Vorabend von hohen Festen statt. Wenn wir einen Blick auf die vorchristlichen Bräuche germanischer Stämme werfen, entdecken wir dort ursprünglich das Feuer am Erntedankfest. Auch zu anderen feierlichen Anlässen wurden Feuer angezündet. Am 11. November organisierte man im 4. Jahrhundert und danach solche Prozessionen. Sie tragen aber immer die gleiche Symbolik: man wollte den Teufel vertreiben und sich vom Bösen verabschieden. Das brennende Licht soll ein Symbol des Guten sein, der neuen Hoffnung. Bei solchen volkstümlichen Veranstaltungen bastelten sich die Kinder Fackeln aus Stroh und Laternen aus ausgehöhlten Rüben und Kürbissen und zogen mit diesen durch die Straßen. Beim Laternenumzug am Martinstag reitet heute ganz vorne ein Mann als römischer Soldat verkleidet. Am Ende des Umzuges teilt er seinen Mantel mit einem Bettler als Anlehnung an die guten Taten von Sankt Martin.

 Die Feierlichkeiten am 11.November sind eine große Freude für die Kleinen.

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 Dieses Feuer soll auch das Ende der Erntezeit symbolisieren.

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What's Hot

 Wie man heute mit seinen Kindern Laternen basteln kann, können Sie hier  nachlesen.

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Die Tradition der Martinsgans  

Viele würden sich bestimmt fragen: Was hat der Heilige Martin mit dem traditionellen Gänsebraten am Martinstag gemeinsam? Die Antwort darauf suchen wir wieder in historischen Überlieferungen. Früher war der 11. November der Tag, an dem die Steuern fällig waren. Diese konnten damals in Form von Produkten, zum Beispiel einer Gans, erbracht werden. Darüber hinaus war das für alle Christen der letzte Tag vor dem Beginn der 40-tägigen Fastenzeit vor Weihnachten. Deshalb war das die letzte Gelegenheit, sich noch einmal etwas Deftiges zu gönnen. Aus diesem ersichtlichen Grund bereitete man gern einen Gänsebraten und genoss ihn mit Familie und Freunden. Erst dann konnte die Fastenzeit beginnen, in der man auf solches Essen verzichten sollte.

 Einen Gänsebraten während der Fasenzeit zu essen, war absolutes Tabu!

Martinstag Gänsebraten zubereiten am 11.November zu Hause essen auf dem Tisch serviert rustikale Atmosphäre

What's Hot

Freilich gibt es auch weitere Legenden, die mit der Martinsgans verbunden sind. Einige sind lustig, anderen kann man kaum glauben. Jedoch bleiben die schnatternden Vögel ein untrennbarer Teil vom Martinstag. Außer einem deftigen Gänsebraten bereitet man am 11. November auch gern Süßigkeiten und Gebäck in Form einer Gans. Diese sind eine wahre Freude für die Kleinen!

 Kennen Sie das Geheimnis der Zubereitung einer knusprigen Martinsgans?

Martinstag klassisches Rezept für knusprige Martinsgans zubereiten serviert auf dem Esstisch rustikale Atmosphäre

Das klassische Rezept für eine knusprige Martinsgans

Der Gänsebraten ist ein beliebtes und vor allem traditionelles Essen am Martinstag. Wenn Sie Ihre Familienmitglieder, Freunde und Verwandten mit einer knusprig gebratenen Martinsgans überraschen wollen, dann kann das folgende klassische Rezept von Nutzen sein. Zeigen Sie aber Geduld bei der Zubereitung und nehmen Sie sich genügend Zeit dafür. Für einen deftigen Gänsebraten am Martinstag benötigt man insgesamt etwa 4 Stunden.

Zutaten: eine Gans, etwa 4 bis 5 kg, küchenfertig, 300 g Backpflaumen, 450 bis 500 g Äpfel, 2 EL Zucker, 5 EL Brotbrösel oder trockenes geriebenes Vollkornbrot, 1 EL Weinbrand, Zimt, 1 EL Mehl, 4 EL Sahne, 3 EL Apfelmus, etwas Salz und Pfeffer nach Geschmack.

Die Zubereitung des Gänsebratens für den Martinstag ist nicht kompliziert.

Martinstag Martinsgans zubereiten nicht schwer klassisches Rezept dazu

Und so wird’s gemacht!

  • Die Gans müssen Sie zuerst sorgfältig waschen und trocknen, dann nur von innen salzen. Die bereits eingeweichten Pflaumen entsteinen und mit den entkernen und klein geschnittenen Äpfeln vermischen. Mit Zucker, Zimt, Vollkornbrot und Weinbrand abschmecken. Die Gans mit dieser Mischung füllen und zunähen.
  • Geben Sie ca. 3 Tassen Wasser und einen geteilten Apfel in die Fettfangschale, bevor Sie die Gans zum Braten geben. Die gefüllte Martinsgans müssen Sie nun auf einen Bratrost geben und in den vorgeheizten Ofen (auf die unterste Schiene) schieben. Lassen Sie Ihre Martinsgans ca. 3 Stunden lang braten bei 200 Grad C. Von Zeit zu Zeit können Sie sie mit Bratsaft begießen. Wenn das Fleisch gar ist, bestreichen Sie die Gans mit kaltem Salzwasser und braten Sie noch 10 Minuten weiter bei 250 Grad C. So bekommt Ihr Gänsebraten eine knusprige Kruste.

 Um eine knusprige Martinsgans zu bekommen, müssen Sie mit ca. 3 Stunden Bratzeit rechnen.

Martinstag alte Tradition eine knusprige Martinsgans braten etwa 3 Stunden Bratzeit

  • Nun ist es Zeit, die Tunke zuzubereiten. Nehmen Sie das, was sich in der Fettfangschale gesammelt hat und geben Sie etwas Wasser dazu. Binden Sie den Dip mit Sahne und Mehl und schmecken Sie mit Salz, Pfeffer und Apfelmus ab. Die Tunke können Sie in der Fettpfanne für ca.10 Minuten aufkochen lassen. Fertig!
  • Letzter Schritt: Die Fäden entfernen und die knusprig gebratene Gans transchieren.
  • Servieren Sie den Gänsebraten mit einer Beilage nach Ihrem Geschmack. Am besten passen Kartoffelknödel und Blaukraut dazu!

Kartoffelknödel und Blaukraut passen perfekt zum Gänsebraten!

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 Guten Appetit am Martinstag!

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