Die vierte industrielle Revolution – auch unsere Freizeit wird dadurch beeinflusst

Schon immer bestimmte der technische Fortschritt maßgeblich die Gesellschaft und das Leben eines jeden Einzelnen. Einschneidende Veränderungen der Menschheitsgeschichte waren vor allem die drei großen industriellen Revolutionen. Bei der ersten machten sich Menschen Wasser- und Dampfkraft zunutze, um damit Geräte anzutreiben, was nicht zuletzt zur Erfindung der Eisenbahn führte.

Die zweite industrielle Revolution brachte die elektrische Energie und damit die Massenfertigung von Produkten in großen Industriehallen, wie dem berühmten Ford T-Modell. Mit der dritten industriellen Revolution erhielt schließlich Elektronik und Informationstechnologie Einzug in die Gesellschaft, was eine Automatisierung von Produktionsabläufen ermöglichte. Heute leben wir in Zeiten der sogenannten Digitalisierung und dem Eintritt in eine vierte industrielle Revolution. Doch wohin wird diese Reise führen?

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Digitalisierung als Megatrend

Der Begriff Digitalisierung tauchte um das Jahr 2013 herum, in den deutschen Medien auf und bezeichnet im Allgemeinen einen umfassenden Megatrend, der zunehmend mehr Bereiche des Lebens vereinnahmt. In den vergangenen 10 Jahren hat sich einiges getan, Branchenriesen wie Google, Apple oder Amazon zählen mittlerweile zu den wertvollsten Unternehmen der Welt.

Der wohl größte Unterschied zu den vergangenen industriellen Revolutionen ist das schleichende Verschwinden von physischen Objekten. Seit das MP3-Format die gesamte Musikbranche um die Jahrtausendwende veränderte, sind LPs, Kassetten, CDs und MiniDiscs praktisch obsolet oder eben Liebhaberstücke geworden. Die breite Masse hört Musik mittlerweile per Streamingdienst. Dieser Prozess lässt sich auf zahlreiche weitere Bereiche übertragen. Papierlose Dokumente, digitale Fahrkarten per App, Online-Banking und Bezahlen per Smartphone oder der elektronische Impfausweis.

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Zunehmend mehr Arbeiten können von Computern übernommen werden

Nun muss man diesen Dingen natürlich nicht hinterher trauern. Dennoch ist es eine Überlegung wert, die zukünftige Entwicklung kritisch zu hinterfragen. Anbetracht der enormen Veränderungen, welche die Digitalisierung in den vergangenen 20 Jahren bewirkt hat, wird deutlich, in welcher Geschwindigkeit sich das menschliche Leben weiterhin verändern könnte.

Nicht nur Alltagsobjekte verschwinden durch die zunehmende Digitalisierung, auch zahlreiche Berufe sind von den Veränderungen betroffen. Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung kam 2021 zu der Prognose, dass zukünftig mehr als 70 Prozent aller derzeitig von Menschen durchgeführten Arbeiten durch einen PC übernommen werden können. Je höher man qualifiziert ist, desto geringer ist das Risiko, ausgeschlossen werden kann es aber nicht, denn es ist kein festes Ziel bekannt, bei dessen Erreichen die Digitalisierung vollendet wäre. Das Motto scheint zu lauten: Alles wird digitalisiert, was digitalisiert werden kann.

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Die rasant zunehmende Datenmenge

In unserer Freizeit und in unserem Berufsleben hinterlassen wir permanent Daten, über dessen Verbleib wir letztlich wenig wissen. Die Politik versucht, die Verbraucherrechte bezüglich ihrer Daten mit neuen Regeln und Verordnungen zu stärken, ob entsprechende Regelwerke, etwa die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ihr Ziel erreichen, wird sich aber erst langfristig zeigen.

In Unternehmen werden heute Spezialisten eingesetzt, um zu gewährleisten, dass diese mit den Daten ihrer Kunden, Geschäftspartner oder Lieferanten ordnungsgemäß umgehen. Ein interner oder externer Datenschutzbeauftragter kontrolliert zu diesem Zweck regelmäßig alle relevanten Prozesse und Abläufe innerhalb des Unternehmens und schult Mitarbeiter in Bezug auf den Umgang mit personenbezogenen Daten. Im Privatleben hingegen gibt es niemanden, der kontrolliert, ob man zu leichtfertig mit seinen Daten umgeht. Hier ist letztlich jeder selbst gefragt, sich über Risiken und Gefahren zu informieren.

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Entwicklungen kritisch hinterfragen

Man kann eindeutig festhalten, dass die Veränderungen sich in den vergangenen Jahren schleichend, aber dennoch in einem rasanten Tempo entwickelt haben. Die Frage ist, wann der Zeitpunkt gekommen ist, an dem Google und Co. tatsächlich mehr über einen wissen als man selbst. Wenn sich die allgemeine Entwicklung weiter fortsetzt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass zukünftig schon Schulkinder über Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre unterrichtet werden müssen. Ganz allgemein sollte man so sparsam wie möglich mit seinen Daten umgehen und die Nutzung von digitalen Diensten durchaus kritisch zu hinterfragen.

Eine digitale Welt ohne Daten ist nicht möglich. Je digitaler, desto mehr Daten fallen an, seien es persönliche Daten, die Daten des Saugroboters oder modernen Fahrzeugen. Aktuelle Fahrzeuge der Mittel- und Oberklasse sammeln beispielsweise mehrere hundert Gigabyte täglich. Wer Macht über diese Daten hat, kann sie kontrollieren und damit auch gezielt Einfluss auf Strukturen nehmen. Es wird zukünftig also immer stärker darauf ankommen, Eigenverantwortung zu übernehmen und sich nicht auf die Versprechen von Unternehmen oder der Politik zu verlassen.

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Fazit

Man kann davon ausgehen, dass sich die bisherige Entwicklung nicht rückgängig machen lässt. Über den Umgang mit neuen Technologien hingegen lässt sich kritisch debattieren, was in den letzten Jahren nur unter der Oberfläche stattfand. Es ist sicherlich niemand daran interessiert, sich zurück in vorindustrielle Zeiten zu begeben. Wie weit die Digitalisierung gehen und wie das Leben in 30 Jahren aussehen wird, ist aber vor allem auch davon abhängig, welche Entscheidungen jeder Einzelne trifft.

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