Die Kermesbeere – Gift, Heilmittel oder ein schöner Beerenschmuck im Garten?

Immer öfter sieht man diese invasive Pflanze fremder Herkunft in Gärten sowie auf freien Landschaften – die Kermesbeere. Sie punktet mit ihren herrlichen Blüten- und Beerenständen und sieht schon ziemlich dekorativ aus. Leider muss man schon vorweg ganz klar sagen: alle Sorten der Kermesbeere sind mehr oder weniger giftig. Was man noch alles über die Pflanze wissen sollte und ob diese im eigenen Garten Platz finden kann, erfahren Sie heute bei uns.

Amerikanische Kermesbeere mit reifen Früchten 

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Wie giftig ist die Kermesbeere?

Kermesbeeren kommen ursprünglich aus Asien und Amerika. Zu ihrer Gattung gehören unterschiedliche Sorten. Diese, die man in Europa am häufigsten trifft, sind die Asiatische und Amerikanische Kermesbeere. Beide sehen schon ziemlich ähnlich aus. Man kann diese trotzdem an der Ausrichtung der Blüten- und Fruchtstände unterscheiden.

Bei der Asiatischen Kermesbeere stehen diese aufrecht und bei der Amerikanischen hängen sie immer nach unten.

Die Asiatische Kermesbeere wird noch Indische genannt 

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Die Pflanzen sind giftig in allen ihren Teilen. Die höchste Konzentration haben die Samen und die Wurzeln, dann die Blätter, Stängel und Früchte. Am wenigsten giftig sind reife Früchte. Nicht umsonst wurden diese in der Vergangenheit zum Färben von Garn und Stoffen sowie Gebäck und Schminke benutzt. Allerdings sollte man die Früchte der Kermesbeere NICHT essen! Nur etwa 8-10 Beeren sind in der Lage, bei Erwachsenen schwere Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Erbrechen und Krämpfe auszulösen. In manchen Fällen kann es sogar zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen wie Schock oder Atemnot. Bei Kindern ist diese Gefahr natürlich noch höher.

Schuld an der hohen Giftigkeit haben die sogenannten Saponine und Lektine, die in den Pflanzenteilen enthalten sind. Diese wirken sich extrem negativ aufs Immunsystem und den Stoffwechsel. Gleichzeitig zerstören sie noch die roten Blutkörperchen. Nur ganz junge Sprosse der Pflanze enthalten kaum etwas von den Giftstoffen. Diese werden von daher in Salaten und anderen Gerichten in ihren Ursprungsländern verzehrt. In der Homöopathie wird die Kermesbeere in manchen Präparaten eingesetzt. Es könnte sein, dass die Pflanze als Heilmittel gegen manche Beschwerden wirkt, das ist allerdings wissenschaftlich nicht bewiesen.

Den Vögeln scheint die giftige Kermesbeere gar nichts auszumachen 

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Wo sind die Kermesbeeren in Deutschland am meisten verbreitet?

Laut NABU kann man schon fast überall im Lande einige Bestände der Pflanze finden, genauer gesagt der Asiatischen Kermesbeere. Diese ist zwar viel weniger giftig und gleichzeitig auch viel frostbeständiger. Die Amerikanische Kermesbeere findet man dagegen zurzeit immer noch nur in den Weinbauregionen im Südwesten Deutschlands. Beide Sorten sind aber generell invasiv und können sich schnell verbreiten. Vor allem Vögel nehmen daran teil, indem sie die reifen lila-schwarzen Beeren gerne verzehren.

Wichtiger Tipp: Wenn Sie im Wald oder irgendwo auf Brachflächen Kermesbeeren bemerken, melden Sie diese am besten beim NABU-Naturgucker oder bei einer Naturschutz-Behörde in Ihrer Region. So kann man die Verbreitung der invasiven Pflanze besser in Sicht halten und sogar etwas dagegen unternehmen.

Das gilt vor allem für die aggressivere Amerikanische Kermesbeere 

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Die Kermesbeere als Gartenpflanze pflegen

Wenn Sie aber doch gezielt Kermesbeeren in dem eigenen Garten einpflanzen möchten, dann sollten Sie es sich zuerst gut überlegen. Vor allem dann, wenn Sie Kleinkinder oder Haustiere haben, ist das keine gute Idee. Außerdem verbreitet sich die Pflanze ziemlich schnell und wenn Sie nicht aufpassen, könnte eine spätere Entfernung aus dem Garten ziemlich mühsam sein.

Für diese von Ihnen, die es doch mit dem Einpflanzen versuchen möchten, wäre es empfehlenswert, sich für die Asiatische Kermesbeere zu entscheiden. Lassen Sie mindestens 80 cm Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen. Am besten beginnen Sie mit einer Solitärpflanze. Wählen Sie einen Platz im Garten, der sonnig oder halbschattig ist. Passen Sie auf, dass keine anderen Gartenpflanzen, die Licht mögen, in der Nähe sind. Der optimale Boden für die Kermesbeeren ist humus- und nährstoffreich. Die Pflanze ist aber ziemlich robust und wächst auch auf anderen Böden ganz gut. Gießen Sie mäßig und lassen Sie den Boden nicht zu sehr austrocknen. Am liebsten mögen die Pflanzen abgestandenes Wasser, zum Beispiel aus dem Gartenteich oder der Regentonne.

Extra Tipp: 

Um die Verbreitung der Kermesbeeren im Garten zu bändigen, sollte man die Blütenstände gleich nach der Blüte abschneiden. So bilden die Pflanzen nämlich keine Beeren und können sich dadurch nicht so rasant ausbreiten.

Ungewollte, junge Triebe kann man ganz einfach samt Wurzeln entfernen 

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Schnecken mit Kermesbeeren natürlich bekämpfen

Was für uns giftig und gesundheitsschädlich ist, stimmt in diesem Fall auch für die Schnecken im Garten. Diese können Sie erfolgreich mit einem Sud aus den Samen der Pflanze bekämpfen. Dieser ist ganz einfach zuzubereiten. Dafür werden die Samen aus den reifen Früchten gesammelt und zermahlen. Ca. 5 Esslöffel davon werden mit etwa 1 Liter Wasser vermischt. Die Lösung wird dann regelmäßig auf die von den Schnecken befallenen Gartenflächen gegossen. Allerdings sollte man schon bedenken, dass die Schnecken daran auch verenden. Denn der Giftstoff zerlegt ihre Körper sowie auch ihre Eier. Es gibt natürlich auch mildere Hausmittel gegen Schnecken, die Sie benutzen könnten.

Also, seien Sie vorsichtig, wenn es um die Kermesbeere geht. Überlegen Sie es sich gut, ob Sie diese exotische, invasive Pflanze in Ihren Garten einladen möchten und passen Sie auf Kinder und Haustiere gut auf. Vergessen Sie es nicht, manchmal sind schöne Dinge eben giftig.

Ein gefährlicher Beerenschmuck aus der Ferne

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Die reifen Früchte der Asiatischen Kermesbeere enthalten am wenigsten von den Giftstoffen

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Die Amerikanische Sorte ist am giftigsten 

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Die Indische Kermesbeere blüht auch in Pink 

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Die meisten Pflanzen haben aber weiße Blüten 

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