Ikebana – die japanische Blumensteckkunst und ihre Grundprinzipien

Neben Zen-Buddhismus, Teezeremonie, Hanami und Kalligrafie gehört auch Ikebana eindeutig zur traditionellen Kultur Japans. Die japanische Blumensteckkunst besticht mit der schlichten Ästhetik und meditativen Ausstrahlung ihrer Gestecke. Und obwohl diese auf den ersten Blick einfach aussehen können, benötigt man dafür eigentlich ganz schön viel Zeit und Geduld. Nicht umsonst wird diese Kunst in altbewährten Ikebana-Schulen in Japan von erfahrenen Lehrern gelehrt, und zwar in unterschiedlichen Stilen und Traditionen. Was genauer hinter Ikebana steht und welche Grundprinzipien diese uralte Kunst des Blumenarrangements hat, erfahren Sie weiter unten. Sie bekommen außerdem einige wichtige Tipps und reichlich Inspiration, wenn Sie selbst das japanische Blumenstecken näher kennenlernen oder praktizieren möchten.

Die japanische Blumensteckkunst hat lange Tradition

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Was ist Ikebana?

Frei übersetzt aus dem Japanischen bedeutet Ikebana „lebende Blumen“ oder auch „Blumen, die man zum Leben erweckt“. Die japanische Blumensteckkunst ist etwa 1.500 Jahre alt und ihre Wurzeln findet man im 6. Jahrhundert während der Nara-Zeit in Japan. Da haben die buddhistischen Tempelpriester rituelle Blumenopfer zu Ehren Buddhas gesteckt und diese als wichtigen Bestandteil bei Gebeten und Meditation benutzt.

Mit der Zeit hat sich das Blumenstecken in eine echte Kunst verwandelt, die bis zum 17. Jahrhundert nur für Adelige, Priester und Samurai zugänglich war. Erst später haben auch Bürgerliche, Geishas und generell Frauen das Recht bekommen, Ikebana zu erlernen und zu praktizieren.

Das Ikebana hat sich im Laufe der Zeit ebenso entwickelt und verändert

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Anders als das westliche Blumenarrangieren ist die japanische Blumensteckkunst eher minimalistisch und trägt immer einen tieferen Sinn. Hier spielt jedes kleine Detail, die Ausrichtung und die Position der Blumen, Äste und Blätter eine bestimmte Rolle. Außerdem geht es dabei nicht nur um Ästhetik, sondern um Meditation und Selbstfindung sowie um die Vergänglichkeit des Moments. Oft wird Ikebana auch Kadō (華道, dt. „Weg der Blumen“) genannt.

Grundprinzipien der japanischen Blumensteckkunst

Was auf den ersten Blick wie ein zufälliges Blumenarrangement aussieht, ist eigentlich eine perfekt durchdachte Zusammenstellung aus Pflanzenteilen und Blüten. Diese bringt nicht nur die Gefühle und die Weltanschauung des Künstlers über, sondern veranschaulicht die kosmische Ordnung. Man arbeitet grundsätzlich mit drei Grundebenen, die für Himmel, Menschheit und Erde stehen. So symbolisiert der höchste Zweig den Himmel (Shin), die mittleren Blüten oder Blätter symbolisieren die Menschen (Soe) und mit den untersten Teilen ist die Erde (Hikae) gemeint. In den meisten Fällen enthält ein Ikebana auch zusätzliche Elemente, die man Jushi nennt.

Form und Farbe der Vase oder Schale gehören voll und ganz zum Ikebana-Konzept dazu

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Die Naturverbundenheit dieser Blumensteckkunst zeigt sich ebenso in der Tatsache, dass ein Ikebana immer die aktuelle Saison zum Ausdruck bringt. Selbst, oder vor allem, Knospen und verwelkte Blätter sowie auch Stängel sind hier ein wichtiger Bestandteil und erinnern den Betrachter an die allgegenwärtige Vergänglichkeit und die natürliche Schönheit der Unvollkommenheit.

In der Imperfektion steckt die vollkommene Schönheit

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Stilrichtungen in der Kunst des Ikebana

Die japanische Blumensteckkunst hat seit ihrer Entstehung einen langen Weg zurückgelegt. Verschiedene Stile wurden entwickelt, die zu unterschiedlichen Ikebana-Schulen gehören. Die uralte Kunst wird auch heute noch entweder in der Tradition Ikenobo, Ohara oder Sogetsu erlernt. Die ersten zwei sind ziemlich traditionell und streng gehalten, während die letzte ziemlich liberal und für Anfänger besser geeignet ist.

Als Grundlage und ursprünglichste Form des Ikebana gilt der Rikka-Stil. Da werden die Blumenarrangements im Prinzip mit sieben Hauptzweigen gesteckt und nur bestimmte Pflanzen, Formen und Farben dürfen angewendet werden. Daraus haben sich später auch die weiteren Ikebana-Stile entwickelt, wie zum Beispiel das schwierigste Shoka-Ikebana sowie auch die freien Stile – Nageire, Moribana und Jijuka.

Herbstliches Nageire Ikebana mit Rosen

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Was wir hier im Westen als Ikebana kennen, sind vor allem die Blumengestecke im Nageire und Moribana-Stil. Im ersten Fall werden hohe Vasen benutzt und im zweiten die sogenannten Suiban – flache Schalen aus Keramik mit dem traditionellen Steckigel, dem Kenzan.

Kirschblüten-Tulpen Ikebana im Moribana Stil

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Die japanische Blumensteckkunst ist eine Lehre für sich. Trotzdem kann jeder diese erlernen und dadurch nicht nur ein exotisches Hobby angehen, sondern den japanischen Weg der Selbstfindung entdecken. Ikebana hilft einem, auf eine meditative Art und Weise die eigene Verbundenheit mit der Natur und dem Universum zu spüren und die urige Schönheit der Unvollkommenheit zu erfahren.

Wenn Sie auch den Weg der Blumen gehen möchten, schauen Sie sich nach Ikebana-Kursen in der Volkshochschule in Ihrer Nähe um oder wenden Sie sich an den Ikebana-Bundesverband e.V. oder die 1. Deutsche Ikebana-Schule. Da finden Sie jederzeit aktuelle Information über bevorstehende Ausbildungen und Workshops in diesem Bereich. Lassen Sie sich auch von unserer Bildergalerie unten inspirieren und gehen Sie tiefer in die Geheimnisse des Ikebana.

Kunstvolles Ikebana mit Kenzan in der Schale

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Moribana Ikebana mit roten Dahlien im Herbst

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Frühlingsdeko im japanischen Stil

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Freistil Ikebana mit Gerbera

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Blühende Kastanienzweige in der Schale arrangiert

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Aufwändigere Ikebana-Komposition im Sommer

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Tulpe trifft auf Magnolien

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Ikebana Interpretation mit frischen Narzissen

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Mit den richtigen Utensilien gelingt selbst das komplizierteste Ikebana

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Den Frühling noch inniger spüren und zelebrieren

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